Sage und schreibe 70 (!) Tore sahen die Zuschauer der Begegnung zwischen der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen und dem HV Vallendar. Mit 40:30 konnten sich dabei die Hausherren erfolgreich durchsetzen. Bester Werfer auf Seiten der Grün-Weißen war Leo Zaum, der starke 12 Treffer zum Sieg seiner Mannschaft beisteuerte.
Nach 4 – z. T. sehr unglücklichen – Niederlagen in Serie war die Begegnung gegen den Aufsteiger aus Rheinland-Pfalz für die Mittelhessen schon von besonderer Bedeutung . Mit einem Sieg wäre der Anschluss an das Mittelfeld wiederhergestellt, mit einer weiteren Niederlage würde das Team im Tabellenkeller festhängen. Da die Gäste in einer ganz ähnlichen Situation stecken, durften sich die Fans beider Mannschaften auf ein flottes, umkämpftes, aber jederzeit faires Spiel freuen.
Und so ging es auch in der Sporthalle Dutenhofen schnell zur Sache: erst gut drei Minuten waren gespielt, als Leo Rettemeier beim 3:2 seine Farben erstmals in Führung brachte. Auch danach fielen Tore im Sekundentakt. Leo Zaum, der an diesem Tag einfach nicht zu bremsen war, netzte aus dem Rückraum oder im 1:1 mit viel Zug zum Tor nach Belieben ein, aber Vallendar ließ sich nicht abschütteln. Die Gäste hatten mit dem ehemaligen HSG-Spieler Torben Waldgenbach ihren besten Spieler auf der Platte und die Vallendar sehr zahlreich zugesprochenen Strafwürfe versenkte Kalani Schmidt mit hoher Präzision. Ein schöner Schlagwurf von Lukas Gümbel brachte in der 19. Minute die erste 3-Tore-Führung für die U23, Felix Schneider erhöhte kurze Zeit später per 7m auf 16:12, doch Vallendar ließ nicht weiter abreißen, sondern verkürzte bis zur Halbzeit auf 21:19.
40 Tore in einer Halbzeit, das bedeutet einerseits eine gute Offensivleistung – andererseits aber auch gewisse Defizite in der Abwehrarbeit.
Der Sturmlauf ging nach Wiederanpfiff sofort weiter. Bereits nach 24 Sekunden traf der überragende Leo Zaum zum 22:19, Flügelflitzer Tizian Weimer legte eine halbe Minute später im Tempogegenstoß mit seinem Treffer zum 23:19 nach. Vallendars Trainer hatte damit bereits nach nicht einmal 2 Minuten Gesprächsbedarf und bat seine Spieler zur Auszeit. Doch für die Gäste lief es auch anschließend nicht gut. Nach weiteren 30 Sekunden Spielzeit wurde Leo Zaum bei einem Tempogegenstoß äußerst unsanft gestoppt, was die Schiedsrichter mit einer roten Karte ahndeten. Johannes Hollenberg baute die Führung auf 24:19 aus und in der weiteren Spielzeit neigte sich das Pendel immer weiter in Richtung der Hausherren. Das lag nun auch daran, dass Hendrik Pantel im Tor der Mittelhessen einige wichtige Bälle entschärfen konnte, Ballgewinne in erfolgreich abgeschlossene Tempogegenstöße umgemünzt wurden oder die Würfe aus dem Rückraum mit Präzision und Geschwindigkeit ihren Weg ins gegnerische Gehäuse fanden. Nach feinem Kreisanspiel erhöhte Youngster Julius Gümbel in der 50. Minute auf 34:27, ein Doppelschlag von Felix Schneider bescherte der HSG wenige Minuten später die erste 10-Tore-Führung und den Endstand zum 40:30 besorgte – wer sonst – Leo Zaum mit seinem 12. Treffer kurz vor Abpfiff der Partie.
Auf grün-weißer Seite war nach Spielende schon eine gewisse Erleichterung deutlich spürbar. Nach den doch sehr unglücklichen Niederlagen der letzten Spiele, war dieser Sieg Balsam auf die Seele der Mittelhessen. Bei Leo Zaum scheint nun wirklich der Knoten geplatzt zu sein, denn in dieser Begegnung konnte er seine Klasse eindrucksvoll unter Beweis stellen. Und auch Leonard Rettemeier zeigte im zweiten Spiel nach mehrwöchiger Verletzungspause wie wichtig er für die Mannschaft ist.
Und auch das ist Handball: die Familie Waldgenbach hat noch sehr viele Freunde in unserer Region. Zahlreiche ehemaligen Mitspieler ließen es sich nicht nehmen, mit Torben, Jan und den Eltern Waldgenbach das Wiedersehen zu feiern.
Torstatistik:
Leonard Zaum (12), Leonard Rettemeier (5), Felix Schneider (5/3), Lukas Gümbel und Tizian Weimer (je 4), Marvin Lindenstruth, Johannes Hollenberg und Nico Scheibel (je 2), Ben Lubbadeh, Phillip Opitz, Julius Gümbel und Colin Simon (je 1)








