Knapp, aber nicht unverdient, setzte sich unsere U23 beim Gastspiel gegen die Zweitvertretung der Eulen Ludwigshafen mit 37:36 durch. Die Partie stand wohl unter dem Motto „Tag der offenen Tür“, denn Tore fielen hüben wie drüben im ½-Minuten-Takt und war sicherlich nicht durch eine starke Defensiv-Leistung beider Mannschaften geprägt.
Leo Zaum, der gerade in der Anfangsphase der Begegnung nach Belieben traf, brachte seine Farben mit 1:0 in Führung. Danach ging es wild hin und her – shot and rush würde die Spielweise wohl am Besten beschreiben. Die Abwehrreihen bekamen keinen Zugriff auf die Gegenspieler und auch die Torhüter konnten sich kaum in Szene setzen. Nach gut 8 Minuten hatten sich die Gastgeber mit 9:7 in Führung geworfen, doch die HSG konnte durch Alois Mraz in der 11. Minuten zum 10:10 ausgleichen und ging ebenfalls durch „Loisl“ kurze Zeit später per 7m erstmals in Führung. 5 weitere Treffer durch Alois vom Punkt sollten im Spielverlauf noch folgen. In der 18. Minute wechselte Trainer Schuchmann im Tor auf Hendrik Pantel und brachte zudem Kapitän Lukas Gümbel zur Stabilisierung der Abwehr. Beide Maßnahmen wirkten sofort: Hendrik parierte einen freien Wurf von Linksaußen und einen Angriff später wackelte Lukas die gegnerische Abwehr aus und erhöhte für seine Farben auf 15:12. Nach feinem Anspiel konnte dann Madu Okpara am Kreis erfolgreich einnetzen. Die nun sehr viel stabiler agierende HSG-Abwehr generierte etliche Ballgewinne und so zogen die Mittelhessen bis zur 27. Minute auf 19:12 durch Phillip Opitz davon. Das erste Tor nach einer 11minütigen Flaute fiel für das HLZ in der 28. Minute per 7m. In den letzten 2 Minuten ging es dann wieder für beide Teams torreich weiter: das HLZ traf zweimal und Lukas Gümbel und Colin Simon stellten für die HSG einen beruhigenden 21:15-Halbzeitstand her.
Auch bis weit in die Mitte der zweiten Halbzeit sollte sich am Spielstand nichts Wesentliches ändern. Die Schuchmann-Schützlinge hielten die Gastgeber mit 5 Toren auf Abstand. Danach schlichen sich aber immer mehr Fehler ins Spiel der Mittelhessen ein. Gute Chancen konnten nicht verwertet werden, der Angriff verlor an Ideen, kam ins Zeitspiel und traf in der Folge zu keinen guten Wurfentscheidungen, während das HLZ Tor um Tor verkürzte. Trotz Überzahl konnte Friesenheim bis zur 55. Minute auf 33:34 herankommen und nur 1 Minute später fiel der Ausgleich. Der schöne Vorsprung wurde leichtfertig aus der Hand gegeben und so entwickelte sich die Chrunchtime zum Handball-Krimi. Alois Mraz traf zur erneuten Führung (56:35), das HLZ glich aus (57:29). Nur 30 Sekunden legte die HSG durch Leo Rettemeier erneut vor. Weitere 30 Sekunden später parierte Henrik Naß einen Friesenheimer Strafwurf, während nochmals nur eine halbe Minute danach Alois Mraz seinen 7m im Gehäuse der Gastgeber unterbringen konnte (37:35). Knapp 1 Minute vor Schluss sollte damit doch wohl die Partie entschieden sein – oder?
Keineswegs, denn Friesenheim machte es mit dem erneuten Anschlusstreffer 32 Sekunden vor Schluss weiter spannend. Aber die HSG hatte nun Ballbesitz und Eike Schuchmann nahm 20 Sekunden vor dem Abpfiff seine letzte Auszeit. Offene Abwehr, Zeitspiel angezeigt und Friesenheims Keeper parierte den finalen Wurf! 4 Sekunden vor Spielende. Nochmal erhielt das HLZ einen Freiwurf zugesprochen, der aber im grün-weißen Block hängen blieb.
So kommen die Mittelhessen mit einem dicken blauen Auge davon und biegen nach 2 Niederlagen wieder auf die Siegerstraße ein. Neben den 2 Punkten ist positiv mitzunehmen, dass die Schuchmann-Truppe in diesem Spiel die Anzahl der technischen Fehler erheblich reduzieren konnte. Besonders hervorzuheben ist auch die starke Offensiv-Leistung von Alois Mraz, der mit 13 Treffern – 6 hiervon per 7m – bester Werfer seiner Farben war.
Torstatistik:
Alois Mraz (13/6), Phillip Opitz und Leonard Zaum (je 5), Madu Okpara und Lukas Gümbel (je 4), Nico Scheibel (3), Leonard Rettemeier (2) und Colin Simon (1).








