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Titel Nummer fünf ist da
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Deutscher MeisterDie A-Jugend-Handballer der HSG Wetzlar haben es geschafft. Trotz einer 24:27 (10:13)-Heimniederlage gegen die Füchse Berlin im Rückspiel des Finales um die Deutsche Meisterschaft hat sich das Team von Trainer Thomas Weber die Krone aufgesetzt.

 

Da die Grün-Weißen Partie Nummer eins in der Bundeshauptstadt mit 30:27 gewannen und daher mehr Auswärtstore erzielten, geht der Titel zum fünften Mal in der Vereinsgeschichte nach Dutenhofen und Münchholzhausen.

„Ausschlaggebend waren Kampf, Wille und Leidenschaft. Ich denke, wir waren mal dran, aber ich kann mit Berlin mitfühlen, da ich das selbe Szenario vor zwei Jahren miterleben musste“, sagte Weber, der zuvor noch eine Bierdusche von Till Klimpke bekommen hatte.

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Wie schon vor einer Woche versuchten es die Berliner mit ihrem Chefcoach Bob Hanning mit einer offensiven Deckung. Und dieses Mal zeigte die unkonventionelle Abwehr vor 1800 Zuschauern in der ausverkauften Halle ihre Wirkung. Die Hausherren mussten um jeden Treffer kämpfen und rieben sich immer wieder in Zweikämpfen auf. Bis zum 6:6 hielten sich beide Teams die Waage, dann aber erarbeitete sich der Gast leichte Vorteile. Er setzte sich auf 8:6 ab und hatte nach 23 Minuten bereits den Rückstand aus dem Hinspiel wettgemacht (11:8). Da auch HSG-Keeper Klimpke das Duell der Torhüter gegen Mark Ferjan im ersten Durchgang verlor, kam Wetzlar bis zur Pause nicht mehr heran (10:13).

Nach dem Wiederanpfiff starteten die Lahnstädter furios und glichen – angeführt durch den wurfstarken Torben Waldgenbach – nach nur 180 Sekunden mit einem 3:0-Lauf aus. Doch nach wie vor bissen sich Tim Rüdiger und Co. an der Defensive des Gegners die Zähne aus. Bis zum 18:18 lieferten sich beide Teams einen offenen Schlagabtausch, ehe die Füchse, die über die breitere Bank verfügten, beim 21:18 wieder auf den Titel hofften. Hanning hatte sich in dieser Phase etwas einfallen lassen und plötzlich mit einer Doppelten Manndeckung gegen Ian Weber und Hendrik Schreiber agiert. „Mit den unterschiedlichen Abwehrvarianten haben wir uns in Führung gebracht, aber Wetzlar wurde von der Halle getragen und hat mit viel Herzblut dagegengehalten“, erkannte der Berliner Coach.

Spielmacher 
Hendrik Schreiber jubelt nach Abpfiff: „Dafür liebe ich 
den Sport“

Am Schluss wurde es dramatisch: Beim 24:27 verhinderte Till Klimpke mit einer starken Parade gegen Frederik Simak den möglichen K.o, doch auch der ansonsten starke Linkshänder Tim Rüdiger zeigte Nerven von Rechtaußen. So kamen die Füchse am Ende noch einmal in Ballbesitz, doch der direkte Freiwurf – die Zeit war bereits abgelaufen – landete im Wetzlarer Block und großer Jubel brach aus.

„Es war eine tolle Partie mit einer fulminanten Kulisse. Da muss ich der HSG Wetzlar großen Respekt aussprechen und ihr zum Meistertitel gratulieren“, sagte Hanning, während HSG-Spielmacher Schreiber nach dem Happy End jubelte: „Dafür spiele ich Handball, und dafür liebe ich den Sport.“

Petkovic sieht einen verdienten Meister

Horst Spengler, Weltmeister-Ikone von 1978, klatschte anerkennend in die Hände, Bob Hanning, Geschäftsführer der Füchse Berlin, Trainer der A-Jugend des Clubs und Vizepräsident des deutschen Handball-Bundes (DHB) konnte nach Abpfiff – wenn auch gequält – lächeln. Es war auch ein Schaulaufen ehemaliger Handballgrößen, die in der Sporthalle Dutenhofen den neuen Deutschen Meister sehen wollten.

Ebenfalls dabei: Velimir Petkovic, ehemaliger Trainer der HSG Wetzlar, und seit Dezember des vergangenen Jahres Cheftrainer der Profis in der Bundeshauptstadt. „Ich habe geahnt, dass vor so einer großen Kulisse die Partie an die Nerven geht. In Berlin hat Wetzlar wirklich gut gespielt, aber auch die Berliner Mannschaft hatte die Chance, hier in Dutenhofen mit mehr als drei Toren zu gewinnen. Insgesamt kann man aber schon sagen, dass die HSG verdient Meister geworden ist“, zeigte sich der 60-Jährige als fairer Verlierer. (tis)

 

Quelle: Gießener Anzeiger, 04.06.2017